[Verfahren] Selektives Lasersintern

Das selektive Lasersintern wurde von der Industrie lange Zeit hauptsächlich zum Bau von Prototypen und Kleinserien verwendet. Das hat sich mittlerweile jedoch deutlich geändert. Ein gutes Beispiel für die Erweiterung des Anwendungsgebietes sind unsere gedruckten Smartphone Cover. Auch das SLS-Verfahren wird als 3D-Druck bezeichnet, passt aber an dieser Stelle nicht richtig. Treffender ist die Bezeichnung der additiven Fertigung.

Genau wie bei der Stereolithographie erfolgt die Herstellung eines Objekts durch einen Laser. Trotzdem sind beide Verfahren sehr verschieden. Der Grundstoff des selektiven Lasersinterns ist nämlich ein pulverförmiges Material, das mithilfe einer Walze in einer dünnen Schicht auf einer Plattform im Bauraum aufgetragen wird. Der Laser zeichnet schließlich den Querschnitt des Objekts in das Pulver und schmilzt es zu einem festen Material. Sobald dieser Vorgang beendet ist, wird die Plattform minimal abgesenkt. Anschließend wird aus einem Behälter direkt neben der Plattform mithilfe der Walze wieder eine neue Pulverschicht aufgetragen. Dieser Vorgang wiederholt sich so lange, bis das Objekt fertig gelasert wurde. Da sich um die gelaserten Schichten herum stets das Pulver befindet, sind Stützstrukturen bei diesem Prozess vollkommen unnötig. Doch der Prozess bietet noch weitere Vorteile. Das überschüssige Pulver kann nach dem Drucken sehr leicht entfernt und beim nächsten Druckvorgang weitestgehend wiederverwendet werden.

Außerdem erweist sich das selektive Lasersintern als zuverlässige Herstellungsmethode, die sich neben der Schnelligkeit und Vielfalt besonders durch hochwertige Druckergebnisse auszeichnet. Während sich die Anwender zum Beispiel bei der Schmelzschichtung häufig mit sichtbaren Schichten und Fäden herumärgern, sind die Ergebnisse des selektiven Lasersinterns meist sehr sauber und müssen nicht zwangsläufig nachbearbeitet werden. Gerade bei der Verarbeitung von Nylon gibt es außerdem die Möglichkeit, das Material ganz einfach einzufärben.

Aufgrund der angesprochenen Vielfalt erweist sich dieses Verfahren als besonders erfolgreich und beliebt. Meist werden Kunststoffe verarbeitet, doch beim selektiven Lasersintern lassen sich fast alle Stoffe verarbeiten, die auch in Pulverform erhältlich sind und unter intensiver Laserhitze schmelzen. Dementsprechend haben sich die Möglichkeiten stark erweitert. Man verwendet diese Fertigungsmethode zum Beispiel auch für Verbundwerkstoffe, Metall, Keramik und Sand.

Wer das Lasersintern nun im eigenen Wohnzimmer ausprobieren möchte, muss sich jedoch leider mit dem Gedanken abfinden, dass die Herstellungsmethode noch den professionellen Dienstleistern vorbehalten ist.