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[Nasa] Revolutioniert der 3D-Druck endgültig die Raumfahrt?

Die US-Weltraumbehörde NASA experimentiert bereits seit längerer Zeit mit dem Drucken dreidimensionaler Objekte, um den Kostenfaktor innerhalb der Produktion drastisch zu verringern. Nun will die Raumfahrtbehörde zukünftig auch seine Astronauten mit 3D-Druckern ausstatten. Mithilfe dieser Missionen sollen die Astronauten im All Ersatzteile und kleinere Geräte selbst bauen können. Bisher wurden sämtliche Materialien von der Erde mitgebracht und nicht im All gedruckt. Die Anschaffungskosten der bisher weltweit verfügbaren 3D-Drucker liegen zwischen 300 US-Dollar für Desktop-Geräte und 500 000 US-Dollar für professionelle Drucker. Ein Problem existiert jedoch an anderer Stelle.

Made in Space
Foto: ap, Marcio Jose Sanchez

Da die Geräte bisher lediglich für den Gebrauch auf der Erde konzipiert sind, hat die NASA vor drei Jahren das Startup Made In Space beauftragt, das einen weltraumfähigen Drucker entwickeln soll. Mittlerweile hat das Unternehmen so weite Fortschritte gemacht, dass die US-Raumfahrtbehörde bereits für den Herbst des kommenden Jahres die ersten Tests im All ankündigte. Bereits vor einigen Wochen hatte die NASA erfolgreich mit dreidimensional gedruckten Raketenteilen in den Nasa-Labs experimentiert. Trotzdem müssen im All viele weitere Aspekte wie die Temperatur und der Luftdruck beachtet werden.

Scott Crump, der im Jahr 1988 half die 3D-Industrie zu entwickeln, in dem er für seine Tochter in der heimischen Küche mithilfe einer Heißklebepistole einen Spielzeugfrosch erstellte, hätte niemals gedacht, welches Potenzial diese Technologie für die Raumfahrt hat. Doch bis die Metallverarbeitung in den 3D-Druckern zum Standard wird, sieht er noch einige Beschränkungen in der Anwendung. Es bleibt abzuwarten, welche Innovationen nun in der nächsten Zeit durch die NASA das Licht der Welt erblicken.

 

[NASA] NASA testet bislang größtes Triebwerksteil aus dem 3D-Drucker

Am letzten Dienstag im August des Jahres 2013 konnte die NASA in Washington eine ganz besonders erfreuliche Nachricht mit der Welt teilen. Wie das Unternehmen unter anderem auch auf der eigenen Homepage bekannt gab, konnte die NASA nun erfolgreich das größte durch 3D-Druck hergestellte Bauteil testen. Dabei handelt es sich um eine Düse, die aus zwei Hälften zusammengesetzt wurde. Bei dem Material hat sich das Raumfahrtunternehmen für ein Gemisch aus Nickel und Chrom entschieden, das durch einen Laser gesintert wurde. Durch diese Düse wurde ein Gemisch aus flüssigem Sauerstoff und gasförmigem Wasserstoff geleitet und eine hohe Antriebskraft erzeugt. Die Bauteile bestanden den Test mit Bravour.

Image Credit: NASA/MSFC/David Olive
Image Credit: NASA/MSFC/David Olive

Es ist kaum übertrieben von einem weiteren Meilenstein in der Raumfahrt zu sprechen, denn durch das Herstellungsverfahren des Sinterns besteht für das US-amerikanische Raumfahrtunternehmen die Möglichkeit, die Herstellungskosten bestimmter Bauteile um ein Vielfaches zu verringern. Auch NASA-Manager Chris Singer bestätigte diese Zukunftsperspektiven: „Dieser erfolgreiche Test eines gesinterten Raketeninjektors bringt uns einen Schritt weiter zu beweisen, dass diese innovative Technologie genutzt werden kann, um die Kosten der Flugausrüstung zu reduzieren.“

Die zukünftige Kostenreduzierung sieht das Raumfahrtunternehmen in der Verringerung der benötigten Bauteile. Während eine ähnliche Düse im Durchschnitt aus 115 Bauteilen besteht, wurde die gelasterte Düse aus lediglich zwei Bauteilen zusammengesetzt. Somit sehen die Verantwortlichen insbesondere eine enorme Möglichkeit zur Kosteneinsparung bei hochkomplexen Bauteilen – zumindest solange die Möglichkeit besteht, das Design derart zu modifizieren, dass ein 3D-Druck ohne weitere Komplikationen möglich ist. Zukünftig wird also auch die NASA neue Wege bei der Herstellung der Bauteile gehen.