Archiv der Kategorie: Do It Yourself

[Kickstarter] 3D-Sensor für iPad entwickelt

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Die Crowdfunding-Plattform Kickstarter ist für seine innovativen Projekte mittlerweile berüchtigt. Und wieder einmal gibt es dort ein Projekt, das für viel Aufsehen sorgt und die geschätzte Zielsumme mittlerweile um ein Vielfaches überschritten hat – der Structure Sensor.

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Der Sensor wird mit einer speziellen Halterung auf die Rückseite des Gerätes aufgesteckt und ist in der Lage dreidimensionale Scans von Gegenständen und Räumen zu erstellen. Die Umgebung tastet der Sensor mittels zwei Infrarot-Leuchtdioden ab. Zusätzlich zum Scan erstellt des Weiteren eine Fotografie des gescannten Bereiches. Die Lightning-Schnittstelle dient als Verbindung zwischen Gerät und Sensor, der in den Farben grau und blau erhältlich ist und einen eigenen Akku besitzt. Die Kapazität des Akkus soll für eine Betriebsdauer von 3-4 Stunden ausreichen, im Standby reicht der Akku laut Angaben des Herstellers Occipital rund 1000 Stunden. Der 12 Zentimeter lange und 100 Gramm schwere Sensor besitzt eine Reichweite von 0,4 m und 3,50 m. Die Genauigkeit des Gerätes beträgt 1 Prozent der Entfernung zum gescannten Gegenstand. Die Auflösung beträgt 640 x 480 Pixel (VGA), der Bildwinkel in der vertikalen 45 Grad und in der Horizontalen 58 Grad.

Der Structure Sensor wird über eine App bedient. Mithilfe dieser App kann der Nutzer zum Beispiel auch einen 3D-Scan eines Objekts erstellen und diesen mithilfe der App direkt an den 3D-Drucker-Dienstleister Shapeways verschicken, der das gescannte Objekt dann reproduziert. Außerdem kann die App einen dreidimensionalen Scan eines Zimmers erstellen oder den Nutzer mit zwei Spielen bespaßen. Bisher ist die App lediglich für iOS-Geräte verfügbar. Bei dem Projekt betont der Hersteller allerdings, dass es sich um ein Open-Source-Projekt handelt. Es ist Dritten also durchaus erlaubt, eigene Anwendungen für den Sensor zu erstellen. Ein Software Development Kit sowie Treiber für verschiedene Betriebssysteme sichern die Funktionalität des Sensors auf verschiedenen Plattformen. 

[Faltkunst] Wie drucke ich Gegenstände, die größer als mein Drucker sind?

Obwohl der 3D-Druck immer populärer wird und die Technik ständig neue Anhänger findet, sind der Kreativität noch immer Grenzen gesetzt. Spätestens die Größe des 3D-Druckers bestimmt die Größe des Objekts. Bisher war es nicht möglich ein Objekt zu erstellen, das die Größe des Druckers überschreitet. Doch auch an diesem Problem arbeitet die Szene bereits mit kreativen Ansätzen entgegen. Ein Durchbruch wurde nun auf der Ars Electronica Gala 2013 im Brucknerhaus in Linz (Österreich) vorgestellt.

Hyperform – Longest Chain from Skylar Tibbits on Vimeo.

Marcelo Coelho, Skylar Tibbits, Natan Linder und Yoav Reches haben eine neue Methode entwickelt, die es ermöglichen soll dieses Problem zu umgehen. Ihr System namens Hyperform schafft es, faltbare Modelle auf kleinstem Raum zu drucken. Das Objekt wird als dünne Kette gedruckt, die anschließend nach einem Origamiprinzip gefaltet wird, bis das Objekt die endgültige Form erhält. Bei der Gala präsentierten die Ingenieure eine rund 15m lange Kette, die in einem Druckvorgang gedruckt wurde. Sie wurde in Form eines 12,7 x 12,7 x 15,2 cm großen Würfels gedruckt.

Die Kette wurde in einem Formlabs Form 1 3D-Drucker erstellt. Dieser wird vom Unternehmen als Drucker für Prosumer bezeichnet. Dieses Gerät soll die Lücke zwischen einfachen Hobby-Geräten und professionellen Endgeräten schließen. Das Gerät erstellt die Objekte aus einem UV-empfindlichen, flüssigen Kunststoff mittels  Belichtung und ist im Gegensatz zu seinen „Heißklebe-Konkurrenten“ deutlich schneller. Lediglich die hohen Materialkosten sind häufig eine Abschreckung bei Geräten, welche die Stereolithografie nutzen.

[Software] Cubify 3D Systems will den 3D-Druck für Anwender zugänglicher machen

Cubify 3D Systems hat sich zur Aufgabe gemacht, den 3D-Druck im privaten Bereich zu revolutionieren. Bisher stehen in den meisten Wohnzimmern nur 2D-Drucker, deren Anwendung mittlerweile jede Altersgruppe problemlos beherrscht. Beim dreidimensionalen Drucken ist die Datenerstellung jedoch weitaus schwieriger. Obwohl viele potenzielle Nutzer der relativ hohe Preis der modernen Drucker nicht abschreckt, ist für viele die Erstellung der Daten ein Grund, sich keinen 3D-Drucker anzuschaffen.

Cubify Sculpt ist eine Modelliersoftware von 3D Systems, die dank einer einfachen Benutzeroberfläche das Modellieren von dreidimensionalen Gegenständen kinderleicht erscheinen lassen soll. Bereits im Einführungsvideo der Software wird deutlich, dass sich die intuitive Benutzeroberfläche besonders für Anfänger im Bereich 3D-Druck eignet. Kugel, Zylinder, Kegel, Quader oder der Körper eines importierten Objektes bilden den Grundkörper der Modellage. Importiert und exportiert werden können verschiedene Dateiformate wie zum Beispiel OBJ, PLY, CLY. Außerdem kann der Nutzer noch im Format ZCP exportieren.

Um bei der Bearbeitung zum gewünschten Ergebnis zu kommen, stehen dem User verschiedene Tools zur Verfügung, die den Körper bis hin zum gewünschten Ergebnis formen. Um Gesichter oder symmetrische Gegenstände zu modellieren, bietet die Software die Möglichkeit, in einem symmetrischen Modus zu arbeiten, um exakte Ergebnisse zu erzielen. Außerdem können die Modelle mit vorgespeicherten oder eigenen Texturen verfeinert werden.

Um das eigene Modell farbig zu gestalten, bietet das Unternehmen einen Cloud-Service an, bei dem Farbe und Material frei gewählt werden können, gedruckt wird das Modell anschließend in der Cloud. Das Unternehmen liefert dann das Objekt nach Fertigstellung frei Haus. Zumindest durch die leichtere Bedienung der Software ist eine weitere Verbreitung des 3D-Drucks unter privaten Nutzern nur noch eine Frage der Zeit. Die 14-tägige Testversion von Cubify Sculpt kann hier kostenfrei heruntergeladen werden.

[Patent] Aus alt mach neu …

… das dachte sich wohl auch der New Yorker Patentanwalt Martin Galese, der seinen Beruf scheinbar als Berufung sieht, da ihn das Thema Patent lässt auch in seiner Freizeit nicht loslässt. Doch sein Herz schlägt nicht nur für das Patentrecht, sondern auch für die moderne Produktionsform des 3D-Drucks. Martin Galese fand eine Möglichkeit, beide Leidenschaften zu verbinden und der Welt obendrein einen Gefallen zu tun. Im New Yorker Patentarchiv stehen über 6 Millionen abgelaufener Patente als Public Domain kostenfrei zu Verfügung. Der Patentanwalt lässt diese alten Erfindungen neu aufleben. Auf der Plattform Thingiverse veröffentlicht er seine 3D-Modelle und stellt sie damit einer weltweiten Interessengemeinschaft kostenlos zum Selbstdruck zur Verfügung. Dort finden sich neben allerlei nützlichen Dingen auch viele Kuriositäten.

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Quelle: http://www.thingiverse.com/thing:22849

Zu diesen merkwürdigen Erfindungen zählt zum Beispiel ein Halter für Essstäbchen. Die 1967 eingereichte und drei Jahre später veröffentlichte Erfindung steht den kreativen Gadgets des heutigen Lebens in nichts nach. Der Meinung muss wohl auch Martin Galese gewesen sein, als er ein 3D-Modell dieser Esshilfe erstellte und zum Download bereitstellte. Mithilfe dieses praktischen Helfers im Alltag soll auch der Letzte in der Lage sein, das fernöstliche Essen stilecht zu genießen.

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Quelle: http://www.thingiverse.com/thing:22849

Wie groß die Leidenschaft des Patentanwalts in diesem Bereich ist, beweist auch sein Tumblr patent-able, wo er seit April 2013 den Nutzern weltweit die Umsetzung alter Patente in 3D-Darstellungen präsentiert. Sicherlich findet Ihr dort einige praktische Ideen zum Nachbauen.

 

[Hobby] Dank Windows 8.1 soll der 3D-Druck bald die Wohnzimmer der Welt erobern

Die wachsende Bedeutung der 3D-Druck-Technologie dürfte nach der Veröffentlichung von Windows 8.1 nun allseits bekannt sein. Wie Microsoft nun auf seinem Blog bekannt gegeben hat, beinhaltet Windows 8.1 einen eingebauten Support für 3D-Druck. Microsoft behauptet, dass die Weiterentwicklung des 3D-Drucks dahinführt, dass die Erstellung eines 3D-Objektes zukünftig ebenso simpel vonstattengehen wird wie die Erstellung eines Dokuments in Word.

3D-Druck ist keine neue Technologie. Hersteller der verschiedensten Branchen wie der Automobil-, Flugzeug- und Spielzeugindustrie nutzen die Vorteile dieser Technik bereits seit Jahren intensiv, da die Erstellung eines Prototypen nicht an ein bestimmtes Material gebunden ist – von Plastik bis hin zu Metall können unzählige Stoffe verwendet werden. Dies ist einer der Gründe, warum diese Technologie nun auch vermehrt die Hobby-Konstrukteure aus aller Welt begeistert.

Der 3D-Druck im heimischen Wohnzimmer wird aufgrund der Ökonomie allerdings kaum die Massenproduktion ersetzen. Vielmehr richten sich die Hersteller von 3D-Druckern, sowie mittlerweile auch Microsoft als Anbieter eines Betriebssystems, an die Kreativen der Welt, welche die eigene Fantasie in ihren Design ausleben wollen; an Tüftler, die Spaß am Kreieren und logischen Denken haben sowie an Individualisten, die sich schlicht und ergreifend nicht mit der breiten Masse identifizieren wollen.

Der erste Schritt in Richtung Massentauglichkeit wurde nun also von Microsoft unternommen. Der Softwarehersteller verspricht die gewohnt simple Handhabung, Plug’n’Play-Support für Drucker, die Lesbarkeit von 3D-Daten-Formaten und sogenannten Apps, die ebendiese Formate umsetzen sollen und damit eine Endlösung für den Nutzer darstellen sollen. Inwieweit nun zukünftig andere Softwareanbieter ihr Repertoire für den 3D-Druck erweitern und diesen für die breite Masse zugänglich machen beleibt ebenso spannend wie der weitere Verlauf des Marktes für Hobby-Konstrukteure.